22.05.17

Ich versteh' nur Chinesisch...





Vull lieber Kommentar zu einem ansonsten sehr sehr schlechten Aufsatz.

(Und ja, der Aufsatz war inhaltlich eher katastrophal -- aber dafür hatte ich weniger Grammatikfehler als sonst, haha).

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Übrigens hatte ich kürzlich etwas mit einer Umzugsfirma zu regeln -- und habe sie gebeten, im Vorfeld lieber alles per SMS zu klären als am Telefon, denn.... ich könne besser schreiben und lesen als am Telefon sprechen... 

Haha.

Sehr lustig finde ich meistens, dass Chinesen entweder davon ausgehen, dass man gar kein Chinesisch spricht -- oder aber perfekt. Ein Mittelding scheint es da nicht zu geben.

Als der Herr von der Umzugsfirma persönlich da war, um sich alles anzuschauen, war unsere Unterhaltung jedenfalls sehr, sehr lustig.

Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna

18.05.17

Examinations in Progress!




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Langer Rede, kurzer Sinn:

Ein Waldspaziergang waren die vergangenen drei Schuljahre definitiv nicht, aber am Dienstag hat Mutze ihre letzte Matura-Prüfung abgelegt!

Das ist mal irgendwie so richtig ... "ohne Worte"!

Woah!

So long,
Corinna

09.05.17

Habe ich das gerade wirklich gesagt?


Hab' ich mich das wirklich gerade sagen hören?

"Ich kann doch den Umzug alleine machen, dafür brauchst Du doch nicht da zu sein!"

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...

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...

Hier in Tianjin liegen wir nämlich fast schon in den letzten Zügen:

Mutze steckt mitten in ihrer Matura -- heute in einer Woche dürft Ihr uns laut jubeln hören, wenn auch die letzte Klausur geschafft ist.

Für sie stehen dann noch der Senior-Trip mit ihrer Abschlussklasse an -- Strand, Strand, und noch mehr Strand -- und danach die Abschlussfeierlichkeiten, die hier mit großem Prunk und Glitzer gefeiert werden. 

Ach ja, und danach darf sie alle ihre Mathe- und Physikunterlagen wegschmeißen und wird nie mehr im Leben damit belästigt!

Der Mo und Minka haben noch bis zum 9. Juni Schule, danach wollen wir für ein paar Tage verreisen, und dann dürfen sie sich schon ins Flugzeug setzen und nach Hause fahren, während ich hier alles für den großen Umzug nach Shanghai vorbereite.

Und weil Frank beruflich stark eingebunden ist, ... eben: bereite ich das halt alleine vor. 

(Aber was heißt da schon allein: ich muss nur ausmisten und vorsortieren, für das Grobe kommt dann eh ein Umzugstrupp). 

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Eine Wohnung in Shanghai haben wir gefunden -- darüber aber mehr, sobald der Vertrag unter Dach und Fach ist, :-).

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Tianjin ist nicht die schönste oder interessanteste Stadt unter Gottes weiter Sonne, für uns war es aber ein perfekter Ort, unser China-Abenteuer zu starten und hat uns viele Möglichkeiten gegeben, uns auch außerhalb der Expat-Seifenblase zu bewegen und zu entfalten.

Was für mich umso wichtiger war, als dass die Expat-Seifenblase so gar nicht mein Ding ist. 

Natürlich gibt es solche und solche Menschen, und jeder geht anders mit den Herausforderungen des Expat-Lebens um, und ich habe hier viele wunderbare Menschen kennengelernt und enge Freundschaften geschlossen.

Aber es gibt leider auch viel zu viele (und ich lebe mitten unter ihnen), die so ziemlich jedem Vorurteil gerecht werden und deren Oberfläche einfach nicht zu schlagen ist...

(Dabei ist es allerdings nicht nur der Post-Kolonialismus, der grüßen lässt...)

Oft genug hat es mir die Sprache verschlagen.

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Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna

02.05.17

Ein geschenkter Tag!


Dienstagmorgen, 2. Mai:

Früh aufstehen, Jause und School Lunch für die Kinder vorbereiten, Kinder wecken, Kinder aus dem Haus zum Schulbus treiben, aufräumen, Wäsche waschen, (Geburtstags-)Kuchen backen, einkaufen gehen, einen Lessonplan für den Englischkurs für einige meiner Mitmütter vorbereiten, merken, dass ich schon reichlich spät bin, schnell meine Chinesisch-Bücher und den Aufsatz, den ich (Gott sei Dank) schon am Sonntag geschrieben habe, in meinen Rucksack werfen, den Fahrradschlüssel suchen...

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und einen Moment innehalten.

Haben viele Chinesen nicht heute auch noch frei? 

Die Schule der Kinder ist ja eine Privatschule, die haben definitiv heute Unterricht. 

Aber die Uni, ich meine, so als öffentliche Bildungseinrichtung? Die richtet sich doch klarerweise immer nach den chinesischen Gepflogenheiten...

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Ein schneller Ruf in den Gruppen-Chat meiner Kommilitonen bestätigt (ich bin schon fast aus der Tür raus):

Heute ist keine Uni!

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Dafür ist aber der Garten der Lieblingsfreundin immer offen, :-).


Ein wahrlich geschenkter Tag!

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Noch besser:

Mittwochs habe ich eh nie Seminar, aber Donnerstag... ist auch noch frei!

Und Donnerstags gibt's in Tianjin immer meine Lieblingssachen zu tun -- ich werde also nicht mal schwänzen müssen, um mir (noch) einen schönen Tag zu machen!

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Euch wünsche ich einen (ebenso) guten Start in die kurze Woche!

So long,
Corinna

21.04.17

Verkehrserziehung


Schrieb ich tatsächlich erst vor wenigen Wochen einen begeisterten Post über die Leihfahrräder, die hier allerorts aus dem Boden schießen?

Im Grunde eine wirklich gute Idee, eigentlich auch dadurch, dass man die Räder überall abstellen darf und nicht erst eine Station finden muss...

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Und genau das ist es, was mich jetzt, im Frühling, wo alle wieder gerne radeln, in den Wahnsinn treibt: nämlich, dass man sie wirklich einfach überall abstellen darf.

Denn so sieht es tagsüber vor dem Bürogebäude neben unserem Haus aus:


An Durchkommen ist nicht mehr zu denken.

Mittlerweile zeigen sich also auch die Mängel dieses Systems und insbesondere die Auswüchse des enormen Wettbewerbs zwischen den Betreibern.

Ich bin gespannt, wie es sich weiterentwickelt.

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Gestern rief man an der Nankai Universität zur Verkehrserziehung.

Mit Anwesenheitspflicht.

Was folgte, war eine Mischung zwischen Kindergarten-Klamauk und Horrorshow.



Verkehrsregeln von Straße überqueren bis Anweisungen der Verkehrspolizei befolgen über krasseUnfallvideos der Straßenkameras.

Zum Glück habe ich ungefähr die Hälfte der Videos verschlafen, und bin erst durch die überraschten Rufe der anderen Anwesenden wieder aufgewacht.

Das war alles sicher gut gemeint, aber... warum zeigen die das uns?

Die wenigsten von uns fahren hier in China Auto. Und die meisten von uns kommen aus Ländern, in denen es tatsächlich Verkehrsregeln gibt.

Oder besser: in denen die Verkehrsregeln auch streng befolgt werden.

Natürlich gibt es in China auch Verkehrsregeln, keine Frage. 

Doof daran ist nur, dass sie, übertrieben ausgedrückt, im Grunde auf das Recht des Stärkeren hinauslaufen, denn der Verkehrsfluss muss so gut es geht am Laufen gehalten werden.

Angesichts der Auto-Massen, die sich hier nicht nur zu Stoßzeiten auf den Straßen tümmeln, ergibt das auch Sinn.

Andererseits hat es zu einer Hierarchie im Straßenverkehr geführt, an dessen unterem Ende Radfahrer und Fußgänger stehen.

Und dazu, dass man (vom Autofahrer bis hin zum Fußgänger) leicht versucht ist, jede Lücke auszunutzen, um ans Ziel zu kommen.

Was den Eindruck der Regellosigkeit natürlich umso mehr verstärkt.

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Und so gesehen, war ich mir gestern wirklich nicht sicher, ob wir internationalen Studierenden die richtigen Adressaten für Verkehrserziehung waren...

Leider konnte auch der entzückende Tianjin-Akzent des Vortragenden meine Aufmerksamkeit nicht fesseln, aber immerhin bin ich so zu einem kleinen Mittagsschläfchen gekommen.

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Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna

17.04.17

Das ist der Moment, an dem du einmal hängst...



Und wieder einmal mehr nur mit der Hilfe Gottes und der von Campino ein Referat an der Nankai Uni hinter mich gebracht.



 Das war mittlerweile das vierte oder fünfte Referat, in das ich die Toten Hosen eingebaut habe -- egal was das Thema ist, ohne sie geht es einfach nicht, haha.





Diesmal sollten wir über unsere liebste Reise referieren und da fiel mir doch glatt unsere Reise nach Vietnam ein, als wir mit Motorrollern durch eine atemberaubend schöne Landschaft gefahren sind und der Mo und ich dabei lauthals "Das ist der Moment, an dem du einmal hängst, wenn du irgendwann zurück denkst!" gegrölt gesungen haben.

Ich würde ja gerne sagen, dass mir das Referat diesmal gut gelungen ist, aber egal, was ich mache -- Karteikarten schreiben, Stichwörter notieren, den ganzen Text ausschreiben...

...

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... in dem Moment, in dem ich da vorne stehe, schmeiße ich erst die Nerven und zweitens all' meine Notizen weg und kann dann schauen, wie ich mich irgendwie frei durch hangele...

Glanzvoll war's nicht, aber zumindest habe ich es überlebt.

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Was lustigerweise sehr wohl geht:

Wenn wir ganz spontan im Seminar über irgendwas referieren müssen. 

Das macht mir gar nichts aus, da fällt mir immer etwas ein.

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Euch wünsche ich einen schönen Ostermontag, genießt ihn!

So long,
Corinna

13.04.17

China Challenge: XinJiang


China Challenge:

Wann immer sich die Gelegenheit bietet, alleine in China verreisen und schauen, wie ich klar komme.

Diesmal: das autonome Gebiet XinJiang im tiefen Nordwesten Chinas.

Rational war die Entscheidung nicht, sondern beruhte einzig und allein darauf, dass ich täglich begehrliche Blicke auf die Landkarte Chinas werfe, die in unserem Flur hängt. Und jedesmal fällt mein Blick auf diesen Punkt "Ürümqi"...

Ich meine, wie cool hört sich das denn bitte an?

Aber, dachte ich bisher immer, das ist so weit weg und so unerreichbar für mich, niemals werde ich mich trauen, da alleine hinzufahren. Immerhin gibt's da ja niemanden, den ich schnell zu Hilfe rufen könnte, wenn ich ein Problem habe... Und ob mein Chinesisch jemals gut genug wird, um mich wirklich ganz allein dort zurecht zu finden?

...

...

...

Und was soll ich sagen?

Nein, mein Chinesisch ist auch weiterhin eher unterirdisch, aber zumindest mangelt es mir nicht mehr an dem nötigen Selbstvertrauen, es einfach mal zu versuchen. 

(Außerdem sprechen die Uiguren Chinesisch eh nur als Zweitsprache, und dann hört es sich noch nicht einmal sonderlich "Chinesisch" an, und war so lustigerweise für mich relativ leicht verständlich, haha).

Da mir vorher schon klar war, dass Ürümqi außer diesem ver.dammt coolen Namen weiter nicht sonderlich viel zu bieten hat, habe ich noch einen Abstecher nach Turfan eingeplant -- dafür hatte ich aber einen Tourguide engagiert, weil ich mich nicht unnötig mit hier Zug-, da Bus- und dort Taxi fahren aufhalten, sondern alle Ziele direkt ansteuern wollte. 

Hier ein paar Eindrücke:

Hong Shan in Ürümqi. Der ... Hügel, der da so einfach unvermittelt in der Stadt herumsteht, hat ein bisschen Grazer Schloßberg Feeling und ist ein schöner Nah-Erholungsort für die Einwohner. Außerdem hat man von dort aus einen wunderschönen Ausblick. Ürümqi selber ist ja bei weitem keine Schönheit, aber zumindest landschaftlich sehr schön gelegen.



Ich kann niemandem wirklich empfehlen, auf das Riesenrad zu gehen, und es hätte mir eine Warnung sein sollen, dass ich die einzige war... aber zumindest für die Aussicht hat es sich wirklich gelohnt:




Ich war aber trotzdem froh, als ich wieder unten war, ;-).

Das XinJiang Regional Museum -- war die ganze Reise wert. Was die Authentizität mancher der dort ausgestellten Artefakte angeht, hatte ich zwar so meine Zweifel...



... aber das diabolische Grinsen dieser zwei Tonkameraden hier...



... ist einfach der Renner!

(Allein dafür hätte ich das Museum gern ein zweites Mal besucht...).

Dann die Reise nach Turfan: Allein die Autofahrt war beeindruckend!



Die Oasenstadt Turfan ist in ganz China als bester Weintraubenproduzent bekannt -- und unter anderem Dank eines Jahrhunderte alten Untergrundwassersystems, das Wasser aus den Bergen ins Tal ableitet und so die Wasserversorgung garantiert:


Jiao He Ruinen:









Hätte mich nicht der Hunger getrieben, hätte ich mich dort noch stundenlang aufhalten können.

Apropos Hunger...






Random Views auf dem Bazaar:



Ein Ausflug in die Flammenden Berge -- unglaublich!



Thousand Buddha Caves -- die meisten Fresken sind Raub und Zerstörung zum Opfer gefallen (siehe Link zur Doku weiter unten), aber die Lage dieser Höhlen ist wirklich einmalig schön!


Tu Yu Valley und Tu Yu Village:



Das ehemalige Wohnhaus von Albert von Le Coq (siehe Link weiter unten):



Und letztlich noch das Imin Minaret, das 1778 erbaut wurde.


Auch das Museum von Turfan war einen Besuch wert (Schade, dass wir nicht schon vor 16 Jahren hier waren, als Mutze noch der weltgrößte Dino-Fan war -- XinJiang ist ja ein Paradies für Paläontologen!).

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Lohnenswert ist diese Dokumenation: "in Echt" ist alles sogar noch viel beeindruckender!

Obwohl ich die Uiguren auf den ersten Blick als nicht so offen empfunden habe, wie es in der Doku beschrieben wird. Während mir Chinesen oft sehr neugierig und offen vorkommen und ein Lächeln Türen öffnet, bin ich dort meistens eher skeptischen Blicken begegnet, und habe mich, viel mehr als im restlichen China, als Fremdkörper empfunden.

Aber toll war es trotzdem -- so viele neue Eindrücke, so viel gesehen, so viel erlebt!

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Euch wünsche ich einen wunderschönen Tag!

So long,
Corinna

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