24.09.16

Ungezwungen...


Kürzlich waren Mutze und ich in unserem liebsten "unfreundlichen Nachbarschaftsrestaurant."

Wir nennen es so, weil die Bedienung das erste Mal, als ich da war, echt unfreundlich war.

Was aber auch -- oder eigentlich sehr vermutlich -- an den Kommunikationsschwierigkeiten gelegen haben kann.

Wirklich schön ist das Restaurant nicht, dafür ist das Essen lecker.

Deshalb gehen Mutze und ich gelegentlich hin, und mittlerweile klappt auch die Verständigung.

Jedenfalls saßen wir da kürzlich so, als mein Blick auf den Nachbartisch fiel, an dem drei Männer saßen und sich angeregt unterhielten.

Und beim Essen rauchten, was ich ja schon mal grundsätzlich unsympathisch finde.

 Genauso wie ich mal wieder (typisch westlich arrogant) die Augenbrauen hochgezogen habe, als ich sah, dass sie die Asche einfach auf den Boden flickten, auf dem schon unzählige Servietten lagen, die sie ebenfalls einfach dorthin geworfen hatten.

Tiefer Seufzer.

Warum muss das eigentlich so sein?

Wäre doch irgendwie viel schöner, wenn sich alle benehmen würden, oder?

...

...

...

...

...

Kurz darauf sah ich, dass der eine Mann seine Schuhe ausgezogen, die Füße auf die Bank gelegt und es sich richtig gemütlich gemacht hatte.

Und was soll ich sagen?

In dem Moment dachte ich nur:

"Wie genial ist das denn?"

Warum muss man immer so stocksteif sein, wenn es auch ungezwungen geht?

Und warum soll man eigentlich nicht den öffentlichen Raum nutzen wie sein eigenes Wohnzimmer?

Sobald man gezahlt hat, kommt eh gleich jemand, der den Tisch sauber macht und den Boden fegt.

(Was es ja noch dazu ungleich besser macht als das eigene Wohnzimmer, :-).)
...

Ich habe die Männer übrigens später angesprochen und etwas gefragt -- und die waren voll nett.

Was soll also der ganze westliche Hochmut, wenn es doch auch gelassen geht?

****

Euch wünsche ich ein schönes Wochenende!

So long,
Corinna

18.09.16

Another brilliant night in China...


Ich muss schon sagen, manche Sachen macht man wirklich nur in China.

(Weil man ja zu Hause eigentlich schon viel zu erwachsen und vernünftig ist. Und weil all' diese lustigen Spaßbringer in China so ziemlich an jeder Ecke zu finden sind.)


Wie zum Beispiel mit diesem sehr lustigen, sehr schwer lenkbaren und unglaublich instabilen Gefährt mitten durch die Fußgängerzone fahren.


... und ja:

can't say, we didn't try for a(nother) baby, :-).

Another brilliant night in China!

Ich wünsche Euch ein schönes Restwochenende!

So long,
Corinna

01.09.16

Heavy food content...



Die Abenteuerlustigeren unter den Expats werden euch vermutlich alle sagen, dass die Vielfalt des chinesischen Essens einfach genial ist.

Aber nicht alle mögen die kleinen lokalen Restaurants oder gar die Straßenküchen.

Mag schon sein, dass man lieber nicht in die Küche schauen und eigentlich nicht alles so ganz genau wissen möchte, aber mich zieht es immer wieder in diese kleinen Nudelläden.

Wobei ich mittlerweile meinen absoluten Favoriten gefunden haben:

DanDanMian.


没有菜比担担面好吃啊

(Es gibt kein Gericht, das so gut schmeckt wie DanDanMian)

Deshalb war ich kürzlich zu allererst gar nicht so erfreut, als mich auf dem Weg in einen kleinen Nudelladen ein paar asiatische Mitmütter abgefangen und mit in ein anderes Restaurant genommen haben, in dem ich vorher noch nie war...

Aber was soll ich sagen -- nicht nur war die Gesellschaft wirklich toll*, auch das Restaurant hätte ich niemals ohne sie entdeckt. 

Und hätte wirklich etwas verpasst!

(Dabei ist es doch eh ganz in der Nähe der Schule).











Ach so. 

Ein Gericht mit Hühnerfleisch hatten wir natürlich auch -- ich nehme an, das Fleisch war eh ganz frisch vom Markt gleich nebenan, :-).



****

*Es ist so schade, dass die einzelnen Nationalitäten irgendwie die Tendenz haben, aufeinander zu hocken, ehrlich gesagt scheint es mir relativ wenig Leute zu geben, die aus dem Nationalitätengedöns ausbrechen -- mangelnde Sprachkenntnisse mögen dabei eine Rolle spielen, aber auch... Bequemlichkeit. 

Kommt mir wenigstens so vor. 

Allerdings bin ich selber auch ein klassisches Third-Culture-Kid -- d.h. per Reisepass ist meine Staatsbürgerschaft definiert, weil ich aber mittlerweile fast die Hälfte meines Lebens außerhalb Deutschlands gelebt habe, habe ich im Grunde keine richtige nationale Identität. 

Da runzele ich halt vielleicht schon mal leichter über andere die Stirn, weil es mir so fremd ist, sich auf nationalen Cliquen zu beschränken.


****

Euch wünsche ich noch einen schönen Tag, unserer neigt sich schon wieder dem Ende zu.

So long,
Corinna

30.08.16

Ich weiß, ich sollte nicht...


... 

... aber ich musste trotzdem kürzlich herzhaft lachen.


Jedesmal, wenn ich dieses... Sträßchen auf dem Privatgelände der Schule überquere -- und zwar so, wie jeder vernünftige Erwachsene das tun würde, wenn weder Busse noch Kinder in der Nähe sind, nämlich quer und außerhalb des Zebrastreifens -- also, jedes Mal, wenn ich dieses Sträßchen überquere, werde ich von irgendjemandem angegiftet, ich solle bitte ein Vorbild sein und den Übergang benutzen.

Ich meine, ich weiß ja, dass sie es nur gut meinen und wir Eltern große Vorbildfunktion haben.

...

...

...

Aber mal ehrlich, meine Vorbildfunktion besteht seit zwei Jahren darin, meinen Kindern beizubringen, den chinesischen Straßenverkehr zu überleben.

(Zum Beispiel den genau vor den Toren der Schule).

Und ich schwöre, würden wir uns dabei an die Regeln halten, hätten wir es niemals geschafft, auch nur eine einzige Straße zu überqueren....

:-).

****

Außerdem:

Als ich zum ersten Mal nach den Ferien wieder im Institut war, war der gesamte Campus eine einzige Baustelle.


Und wie das gerne mal so ist in China, war auch überhaupt nichts ausgeschildert, keine Umwege markiert und alle Wege für Fußgänger ein ziemlicher Balance-Akt.


Gut, dass das Institut direkt an der Straße liegt und in China auch Lehrer/innen einfach so über den Zaun klettern dürfen, :-).

(Also, auf einem chinesischen Campus dürfen sie das... ;-).)

****

Auch schon gewöhnt haben wir uns daran, dass man in China den einen Tag noch in einem leckeren Restaurant essen oder kleinem Geschäft einkaufen kann...


... und am nächsten Tag nurmehr eine Baustelle vorfindet.

Muss ich wohl meine Milch wieder woanders kaufen, soifz.

****

Wir sind wieder gut angekommen in China und genießen den Spätsommer!

Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna


08.08.16

我们回家!


Wir sind wieder zu Hause!

Also in unserem China-Zu-Hause.

Nach einem viel zu kurzen Sommer, der ist dieses Jahr wirklich verflogen wie nix.

Vermutlich, weil ich ihn zu voll gepackt habe: Beijing, Qingdao, Hong Kong, Graz, Prag, Osttirol, Verwandtschaftsbesuch in Deutschland...

In Graz waren wir im Grunde nur zwei Wochen, was diesmal viel zu kurz war.

Das "back to old routines" war diesmal sehr angenehm:



Kaffeehaus sitzen, Freibad gehen, Freunde treffen. 



Das definitive Highlight des gesamten Sommers -- die schönen Reisen hin oder her -- war das Harvest of Art Festival in Wien, auf dem Element of Crime gespielt hat.

Man kann ja über die Musik sagen, was man will, aber die Texte sind einfach nur genial und Sven Regener ist definitiv mein Plan B, :-).





Ein paar Tage Prag dazwischen geschoben...





... und neben dem ganzen Sightseeing auch so noch eine Menge Spaß gehabt, :-).



Pflichtprogramm Wanderurlaub Osttirol und...



... natürlich Köln.

Und dann waren die fünf Wochen auch schon wieder um.

Dieses Mal ist es mir tatsächlich fast ein wenig schwer gefallen, wieder zurück nach Tianjin zu kommen.

Zum einen ist diese Anfangseuphorie natürlich weg -- China ist ja schon Alltag für uns geworden. Und zum anderen musste ich leider ernüchtert feststellen, dass das nicht nur ein schlechter Witz war, dass so viele meiner liebsten Freunde hier weggegangen sind, sondern dass die tatsächlich weg sind und nicht mehr wiederkommen!

Im Moment wirkt es also noch ein wenig leer hier... 

Gut, dass morgen mit der Schule der Alltag wieder beginnt.

Und ab Donnerstag stehe ich auch wieder im Klassenraum, freu mich schon drauf, mich wieder reinzustürzen. 

Wird mir sicher gut tun.

Euch wünsche ich einen schönen Wochenanfang!

Liebe Grüße,
Corinna

03.07.16

Hong Kong


Minka fand es unverzeihlich, dass Mutze und der Mo schon letzte Woche alleine nach Österreich fliegen durften, während sie noch mit mir in China "rumhängen" musste.

(Ich hatte/habe nämlich noch einige Verpflichtungen, bevor auch wir heute Abend endlich in den Flieger steigen).

Was Minka aber nicht wusste, war...

...

...

...

...

... dass ich eine Kurzreise nach Hong Kong organisiert hatte, um ihre liebe, gute und sehr vermisste Freundin zu besuchen, die letztes Jahr von Tianjin nach HK gezogen ist. 

Nur einige wenige Eindrücke:




Aussicht vom Peak... 


(Und ja, es geschieht auch in Hong Kong, auch in Hong Kong...)


Ein bisschen Sightseeing in der Innenstadt...

... und natürlich Mickey Mouse Wonderland...




"OMG -- Ich bin tatsächlich in Entenhausen!"

Wobei ich mir hinterher nicht mehr ganz sicher war, was mir besser gefallen hat -- Entenhausen oder Tomorrowland...



Ich konnte nicht widerstehen...

Minka hat es natürlich am allerbesten in Disneyland gefallen, aber ich fand ehrlich gesagt den Fischmarkt in der Nähe ihrer Freundin am besten...





Obwohl ich gestehen muss, dass ich hinterher den ein oder anderen Albtraum hatte...


Baaaaaaah! Pfui.

(Und um das ganze noch schlimmer zu machen: als die Verkäuferin die mittlere Muschel berührt hat, hat sie... einen ziemlich Schleim ausgespuckt. Die spontane Assoziation war ... nicht schön, lol.)

Random Impressions:

Jimmy Choo -- ich kann mir nicht vorstellen, dass man solche Schuhe tatsächlich tragen kann.

Aber schön sind sie.


Anni war von diesen Mädels restlos begeistert:


Und last not least: irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht, :-):



Es war das erste Mal, dass Minka und ich alleine unterwegs waren, Mutter-Tochter-Urlaub sozusagen, und ich finde, wir sollten es wiederholen, :-).

Und Hong Kong ist echt krass -- ein paar Tage reichen noch nicht mal aus, um überhaupt so etwas wie einen Eindruck zu bekommen, es ist so enorm vielfältig.

****

So heute noch einmal unterrichten, und dann fallen wir ins Sommerloch:

Graz, Prag, Villgratental und ein paar Tage in Deutschland.

Ich wünsche Euch allen einen schönen Sommer!

So long,
Corinna

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